Doxxing in der Domainbranche: Was es ist und wie Sie sich schützen
- von Ilona K.

Inhaltsverzeichnis
Cybersquatting, Phishing und andere Formen von DNS-Missbrauch sind eine reale Bedrohung für Ihre Domainnamen. Es gibt jedoch auch eine Bedrohung für Ihre personenbezogenen Daten als Domaininhaber – eine Bedrohung, die als Doxxing bekannt ist.
Was ist Doxxing?
Der Begriff „Doxxing“ stammt aus der von Hackern verwendeten Redewendung „dropping dox“. Anfangs wurde er ausschließlich von ihnen genutzt, um böswillige Informationen über Einzelpersonen zu verbreiten. In den letzten Jahren ist daraus jedoch eine ernstzunehmende Cybersicherheitsbedrohung für alle geworden.
Doxxing ist die vorsätzliche Offenlegung privater oder vertraulicher Informationen über eine Person ohne deren Zustimmung. In der Domainbranche ist damit die Praxis gemeint, personenbezogene Daten eines Domaininhabers offenzulegen. Dazu kann die Veröffentlichung von Adressen, Telefonnummern, Finanzdaten und anderen privaten Informationen gehören.
Der rechtliche Status von Doxxing variiert je nach Rechtsraum und Umständen. In den meisten Ländern ist doxxing jedoch illegal. In einigen Ländern, etwa China und den Niederlanden, ist Doxxing ausdrücklich gesetzlich verboten. In anderen Ländern, die kein spezielles Gesetz gegen Doxxing haben, können solche Handlungen als „Eingriff in die Privatsphäre“ oder als ähnliche Delikte eingestuft werden.
In der Domainbranche umfasst Doxxing typischerweise die Nutzung öffentlich zugänglicher oder teilöffentlicher Informationen, die für sich genommen harmlos wirken können, in Kombination jedoch eine eindeutige Identifizierung des Domaininhabers ermöglichen. Zu den häufigsten Quellen solcher Daten zählen:
- WHOIS-Daten (über das WHOIS-Protokoll abrufbar) wie Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse;
- betrügerisch erlangte Informationen von Registraren, Hosting-Anbietern und Vermittlern, die im Rahmen der Domainverwaltung tätig sind;
- geleakte Korrespondenz, Verträge und Zahlungsdetails, die öffentlich zugänglich geworden sind;
- gerichtliche und quasi-gerichtliche Verfahren, einschließlich der UDRP (Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy), die die Offenlegung personenbezogener Daten beinhalten;
- die Verknüpfung von Domainaktivitäten mit Social-Media-Profilen und Unternehmensregistern, wodurch technische Daten einer bestimmten Person oder einem bestimmten Unternehmen zugeordnet werden können.
Oft ist Doxxing keine einmalige Handlung, sondern ein systematischer Prozess des Sammelns, Abgleichens und Verfeinerns von Daten. Das Sammeln dieser Informationen erfordert in der Regel keine ausgefeilten technischen Angriffe, sondern basiert auf einer konsequenten Analyse digitaler Spuren. In der Praxis werden unter anderem folgende Methoden eingesetzt:
- Analyse der Social-Media-Aktivitäten, bei der die Profile des Domaininhabers und seines Umfelds, Kommentare, Kontakte und Erwähnungen untersucht werden, wodurch nach und nach ein stimmiges Gesamtbild entsteht;
- Nutzung öffentlicher Datenbanken zu Unternehmen, Immobilien oder Fahrzeugzulassungen, die in einigen Rechtsräumen personenbezogene Informationen enthalten;
- Suche nach Leaks personenbezogener Daten infolge von Hacks bei Unternehmen und Onlinediensten, die Kontakt- und Zahlungsinformationen speichern.
Die Risiken von Doxxing
Wenn Ihre persönlichen Daten in die falschen Hände geraten, kann das zu Folgendem führen:
1. Drohungen und Spam. Wenn Ihre Kontaktdaten Betrügern zugänglich werden, können diese Sie per Telefon, E-Mail oder sogar per Post an Ihre Wohnadresse mit Spam und Drohungen überhäufen.
Personalisierte Nachrichten, Anrufe oder E-Mails werden als Mittel psychologischen Drucks genutzt – als Versuch, Sie einzuschüchtern oder zu Entscheidungen zu drängen, etwa eine Domain aufzugeben, die Bedingungen eines Geschäfts zu ändern oder den Betrieb einzustellen. Mit der Zeit kann sich dieser Druck von digitaler Belästigung zu Stress im realen Leben und einem Gefühl der Unsicherheit steigern – weit über den Onlinekonflikt hinaus.
2. Falsche Beschwerden. Dabei kann es sich um Beschwerden beim Registrar, Hosting-Anbieter oder bei Zahlungssystemen handeln. Das ist in der Domainbranche besonders gefährlich, da selbst eine unbegründete Beschwerde – je nach Richtlinie des Registrars – zu einer vorübergehenden Sperrung einer Domain oder eines Dienstes führen kann. Schon ein Ausfall von nur wenigen Tagen kann für ein Unternehmen mitunter erhebliche Verluste bei Kunden und Umsatz bedeuten. In diesem Fall wird die Last der Auseinandersetzung faktisch auf die Beteiligten verlagert, wodurch der Domaininhaber gezwungen ist, das Nichtvorliegen von Verstößen nachzuweisen, dringend Unterlagen zusammenzutragen und Anwälte oder Berater einzuschalten.
Die Nutzung von Verfahren wie der UDRP als Mittel zur Druckausübung oder Belästigung verdient besondere Aufmerksamkeit. Nach der Offenlegung personenbezogener Daten weiß der Angreifer genau, wen er in der Beschwerde adressieren muss, kann die Vorwürfe personalisieren und den Eindruck eines systematischen oder vorsätzlichen Verstoßes erzeugen. Selbst eine offensichtlich schwache Beschwerde löst ein formales Verfahren aus, das eine kostenintensive Verteidigung erfordert, öffentlich geführt wird und eine Spur von Entscheidungen und Unterlagen in öffentlichen Archiven hinterlässt. Allein die Teilnahme an einem solchen Verfahren kann dem Domaininhaber Reputations- und finanzielle Schäden zufügen – unabhängig von der endgültigen Entscheidung.
3. Domain-Diebstahl. Mit den personenbezogenen Daten des Inhabers können Angreifer bei der Kommunikation mit dem Registrar und dem Support-Team dessen Identität vortäuschen. Dadurch erhalten sie einen Vorwand, um Verfahren zur Wiederherstellung des Zugriffs anzustoßen, Kontopasswörter zurückzusetzen oder die Kontrolle über die Domain zu übertragen.
Angriffe enden typischerweise nicht, sobald die Kontrolle über eine Domain erlangt wurde. Personenbezogene Daten werden genutzt, um Phishing-E-Mails mit plausiblen, personalisierten Details zu versenden, die besonders vertrauenswürdig wirken. Angreifer können außerdem E-Mail-Konten kapern, die mit der Domain verknüpft sind, und sich die vollständige Kontrolle über die Infrastruktur sichern, wodurch die Wiedererlangung zu einem komplexen und zeitaufwendigen Prozess wird.
4. Schäden für Unternehmen, Kunden und Partner. Doxxing beschränkt sich selten auf eine einzelne Person. Die Folgen reichen oft über die persönliche Ebene hinaus:
- Kunden verlieren aufgrund von Skandalen und Vorwürfen das Vertrauen;
- Partner setzen die Zusammenarbeit aus, weil sie ihr Ansehen nicht riskieren wollen;
- die Marke wird eher mit dem Konflikt als mit dem Produkt oder der Dienstleistung in Verbindung gebracht;
- Mitarbeiter oder Auftragnehmer können sekundärem Druck ausgesetzt sein.
In der Domainbranche, in der vieles auf Reputation und Vertrauen aufbaut, kann selbst ein kurzfristiger Vorfall langfristige Folgen haben.
Doxxing-Prävention
Auch wenn es unmöglich ist, das Risiko von Doxxing vollständig auszuschließen, lässt es sich durch einen systematischen Ansatz beim Schutz personenbezogener Daten und durch digitale Hygiene deutlich reduzieren. Die meisten Angriffe beruhen nicht auf direkten Hacks, sondern nutzen überflüssige Informationen aus, die eine Person öffentlich zugänglich hinterlässt.
Öffentliche Informationen verwalten
Überprüfen Sie Ihre Onlinepräsenz regelmäßig. Es ist hilfreich, Suchmaschinen und öffentliche Profile zu prüfen, um zu verstehen, welche Daten öffentlich zugänglich sind. Nach dieser Analyse empfiehlt es sich, sensible Informationen zu löschen oder den Zugriff darauf zu beschränken – insbesondere Kontaktdaten und Adressen. Achten Sie besonders auf alte und nicht mehr genutzte Konten in Foren, Bewertungsportalen und sozialen Netzwerken, da diese häufig die Quelle für Leaks personenbezogener Informationen sind.
Bevor Sie Inhalte online veröffentlichen, ist es entscheidend, die potenziellen Risiken einzuschätzen und zu überlegen, wie diese Informationen gegen Sie verwendet werden könnten. Für einzelne Domaininhaber bedeutet das, keine genauen Adressen, Telefonnummern oder geolokalisierten Fotos zu teilen – insbesondere dann nicht, wenn sich daraus Reiserouten oder vertraute Orte rekonstruieren lassen. Bei Unternehmen sollte der Schwerpunkt darauf liegen, die Sichtbarkeit personenbezogener Daten von Mitarbeitern und interner Betriebsdetails zu minimieren, während erforderliche geschäftliche Kontaktdaten weiterhin öffentlich verfügbar bleiben.
Kontosicherheit und Trennung von Kontaktdaten
Eine starke Kontosicherheit bleibt ein grundlegendes Element, um Doxxing entgegenzuwirken. Dafür empfiehlt es sich:
- für jeden Dienst einzigartige und komplexe Passwörter zu verwenden und diese regelmäßig zu aktualisieren;
- die Mehrfaktor-Authentifizierung zu aktivieren, insbesondere auf Plattformen rund um Domains, Finanzen und E-Mail;
- Backup-Wiederherstellungscodes einzurichten und diese an einem sicheren Ort zu speichern, getrennt von Ihren primären Passwörtern.
Außerdem ist es sinnvoll, persönliche und öffentliche Kontaktdaten zu trennen. Eine separate E-Mail-Adresse und Telefonnummer (auch eine virtuelle) für Registrierungen auf kommerziellen Websites, in Foren und auf Messageboards ermöglicht es Ihnen, personenbezogene Daten zu isolieren und die Auswirkungen potenzieller Leaks zu verringern. Persönliche Kontaktdaten sollten hingegen nur einer begrenzten Anzahl von Personen zugänglich sein.
WHOIS-Privatsphäre nutzen
Es wird empfohlen, WHOIS privacy -Dienste zu nutzen (auch bekannt als Privacy Protection oder WHOIS Guard). Dabei handelt es sich um Standarddienste von Registraren, die die personenbezogenen Informationen des Domaininhabers – wie Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail – verbergen und durch die Daten des Dienstes ersetzen. Post- und E-Mail-Nachrichten können an den tatsächlichen Inhaber weitergeleitet werden. Auch wenn dieser Schutz in manchen Fällen die Nachverfolgung des Domaininhabers erschweren kann, reduziert er das Risiko von Spam und Doxxing erheblich.
Ebenso wichtig ist es, Domainaktivitäten von persönlichen Konten zu trennen und nicht dieselben Kontaktdaten und Accounts für die Domainverwaltung und die alltägliche Kommunikation zu verwenden.
Zusätzliche Empfehlungen
Um Sekundärrisiken zu verringern, ist es hilfreich, die folgenden Praktiken einzuhalten:
- prüfen Sie regelmäßig Ihre Datenschutzeinstellungen in sozialen Netzwerken, da Plattformen ihre Standardeinstellungen regelmäßig ändern;
- löschen Sie personenbezogene Informationen von Datenhändler-Websites, die Nutzerdaten sammeln und weiterverkaufen;
- vermeiden Sie vorsorglich die Anmeldung über Drittanbieter-Konten, um unnötige Verknüpfungen zwischen Diensten zu reduzieren;
- klicken Sie nicht auf verdächtige Links in privaten Nachrichten, da diese zu Seiten führen können, die die IP-Adressen von Besuchern protokollieren;
- wählen Sie Registries und Registrare, die robuste integrierte Sicherheitsmaßnahmen bieten. Sicherheitsorientierte Registrare und Registries können als zusätzliche Barriere zwischen Angreifern und Domaininhabern dienen – insbesondere dann, wenn Doxxing als Sprungbrett für Domain-Diebstahl oder betrügerische Beschwerden genutzt wird.
Insgesamt garantieren diese Maßnahmen keine vollständige Anonymität, erschweren jedoch die Erhebung und Verknüpfung personenbezogener Daten erheblich, wodurch Doxxing weniger effektiv und für Angreifer kostspieliger wird.
FAQs
Ist Doxxing legal?
Der rechtliche Status von Doxxing variiert je nach Land und konkreten Umständen. In einigen Ländern ist es unmittelbar gesetzlich verboten, während es in anderen als Verletzung der Privatsphäre, illegale Verbreitung personenbezogener Daten oder Stalking eingestuft wird. Selbst wenn einzelne Handlungen formal als legal gelten, kann ihre kumulative Wirkung rechtliche Konsequenzen haben.
Ist es möglich, sich vollständig vor Doxxing zu schützen?
Es ist unmöglich, das Risiko vollständig auszuschließen, da einige Daten von Natur aus öffentlich sind oder durch rechtliche Verfahren offengelegt werden. Ein systematischer Ansatz – etwa das Minimieren öffentlicher Informationen, das Absichern von Konten, das Trennen von Kontaktdaten und die Nutzung von WHOIS-Privatsphäre – macht Doxxing jedoch für Angreifer deutlich schwieriger und kostspieliger.
Kann es trotz WHOIS-Privatsphäre zu Doxxing kommen?
WHOIS-Privatsphäre reduziert das Risiko erheblich, bietet aber keinen absoluten Schutz. Personenbezogene Daten können weiterhin über alte WHOIS-Einträge, gerichtliche und quasi-gerichtliche Verfahren (wie UDRP), Leaks bei Drittanbietern oder durch die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken und Unternehmensregistern offengelegt werden. WHOIS-Privatsphäre sollte daher als ein Baustein einer umfassenden Sicherheitslösung betrachtet werden – nicht als Universallösung.
Kann ich meine Domain durch Doxxing verlieren, auch wenn ich nichts falsch gemacht habe?
Es besteht ein Risiko, die Domain zu verlieren. Doxxing selbst entzieht keine Domainrechte, kann jedoch eine Kette von Ereignissen auslösen – etwa falsche Beschwerden, UDRP-Verfahren und Eingaben beim Registrar. Das kann den Zugriff auf die Domain vorübergehend einschränken oder den Inhaber dazu zwingen, seine Gutgläubigkeit nachzuweisen. Selbst bei einem positiven Ausgang kostet das Zeit, Geld und Ressourcen.
Worin unterscheidet sich Doxxing von gewöhnlichem Spam oder Datenleaks?
Der zentrale Unterschied zwischen Doxxing und gewöhnlichem Spam ist die Zielgerichtetheit. Es handelt sich nicht um ein versehentliches Leak oder Massen-Spam, sondern um das gezielte Sammeln und Veröffentlichen personenbezogener Informationen einer bestimmten Person, um Druck auszuüben, einzuschüchtern oder Schaden anzurichten.
Was sollte ich tun, wenn meine Daten bereits kompromittiert wurden?
Zunächst ist es wichtig, das Doxxing zu dokumentieren: Speichern Sie Links, Screenshots und Korrespondenz. Anschließend sollten Sie umgehend die weitere Verbreitung der Daten begrenzen, unter anderem indem Sie die Quellen des Leaks schließen oder löschen, Passwörter ändern, die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und den Domain-Registrar informieren. Bei Drohungen oder schwerwiegenden Schäden ist es ratsam, einen Anwalt oder die Strafverfolgungsbehörden zu kontaktieren, da Doxxing in vielen Rechtsräumen illegal ist.
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Dieser Artikel wurde von einer künstlichen Intelligenz übersetzt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Siehe das Original auf Englisch.

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